ÜBER KATZEN

Wissenswertes über Katzen – worüber man nachdenken und sich informieren sollte, bevor man eine Katze als neues Familienmitglied adoptiert.

Gedanken

Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten.
(Daniel Defoe)

Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör’s euch!
(Rainer Maria Rilke)

Ein Hund sitzt neben dir, während du arbeitst. Eine Katze sitzt auf deiner Arbeit.
(Pam Brown)

Artgerechte Haltung

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Artgerechte Katzenhaltung beinhaltet unter anderem Sozialkontakt zu Artgenossen, artgerechte Ernährung, Beschäftigungsmöglichkeiten, Möglichkeiten zum Krallenschärfen aber auch Versorgung bei Verletzung oder Krankheit.

Kastration

Das Tierschutzgesetz besagt, dass Katzen und Kater mit Freigang kastriert werden müssen. Geregelt ist dies in der 2. Tierhaltungsverordnung (BGBl. II Nr. 486/2004, Abs. 2.10).

Unkastrierte Katzen leiden häufiger unter gesundheitlichen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten als kastrierte Katzen: das sind vor allem Dauerrolligkeit und Gebärmutterkrebs bei Kätzinnen, sowie Markieren bei Katern. Um dem vorzubeugen ist es unbedingt notwendig, die Tiere spätestens kurz vor oder beim Erreichen der Geschlechtsreife (im 6.-8. Lebensmonat) zu kastrieren.

Kastration beugt außerdem Tierleid vor, weil dadurch unerwünschte Würfe von vornherein verhindert werden können.

Katzenfutter und Qualität

Bitte bedenken Sie, dass Katzen als Raubtiere reine Fleischfresser sind. Gutes Katzenfutter sollte der natürlichen Ernährungsweise der Katze möglichst nahe kommen: Ihr Verdauungssystem kann Kohlehydrate wie Getreide nur schlecht verwerten, und ihr Geschmackssinn kann Zucker nicht schmecken.  Es ist deshalb wichtig, nicht nur auf die hübsche Verpackung und die wohltönenden Werbesprüche zu achten, sondern auch das Etikett ganz genau zu lesen!

Trockenfutter ist leider nur für den Menschen praktisch. Es besteht zu größten Teilen aus Ballaststoffen wie Getreide, Mais und Soja. Es enthält nur wenig Fleisch und Fleischbestandteile, denn aus hochwertigem Muskelfleisch könnte man den „Keksteig“, aus dem Trockenfutter gemacht wird, gar nicht herstellen. Beinahe alle enthaltenen Nährstoffe müssen künstlich zugesetzt werden. Es entzieht Katzen, die als Wüstenbewohner von Natur aus wenig trinken und den Großteil der Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen, noch zusätzlich Flüssigkeit und trocknet sie aus – das kann zu Krankheiten bis hin zum Nierenversagen führen. Es ist offensichtlich, dass diese Art der Fütterung nicht der Natur der Katze entspricht!

Die naturähnlichste Fütterung für Katzen wäre rohes Fleisch (Fachbegriff „B.A.R.F.“ = biologisch artgerechte Rohfütterung). Dies ist jedoch aus den verschiedensten Gründen nicht überall möglich. Eine gute Alternative dazu ist hochwertiges Nassfutter. Das gibt es inzwischen von mehreren verschiedenen Herstellern und kaufen kann man es im gutsortierten Zoofachhandel oder auch in spezialisierten Onlineshops.

Auf den ersten Blick erscheint hochwertiges Nassfutter teuer, doch dem ist nicht unbedingt so, da die Katze wesentlich weniger davon braucht um satt zu werden – vergleichen Sie hierzu den „empfohlenen Tagesbedarf“ auf den Etiketten! Dadurch, dass hochwertiges Nassfutter weniger für Katzen unverdauliche Ballaststoffe enthält, sind auch die Häufchen im Katzenklo kleiner und/oder weniger, was zu einem erheblich geringeren Verbrauch an Katzenstreu führt.

Wie erkenne ich qualitativ hochwertiges Futter?

Gutes Katzenfutter enthält viel:

  • Fleisch von guter Qualität, mindestens 60% oder mehr!

Gutes Katzenfutter enthält wenig bis nicht:

  • nicht deklarierte tierische Nebenerzeugnisse – das kann alles sein, von Innereien bis hin zu Knochenmehl. Hersteller von gutem Futter deklarieren deshalb genau, welche Nebenerzeugnisse damit gemeint sind (z.B. „15% Hühnerherzen, 5% Hühnerleber“). Nicht deklarierte tierische Nebenerzeugnisse sind im schlimmsten Fall eine nährstoffarme Mogelpackung aus Tiermehl und Schlachtabfällen.
  • Getreide, Mais, Soja, Reis, „pflanzliche Nebenerzeugnisse“.
  • Zucker, oft auch „getarnt“ unter Bezeichnungen wie Karamell, Sirup, Glucose o.ä.

Wenig bekannt ist leider, dass etliche Firmen und Konzerne, die Tierfutter herstellen, auch Tierversuche durchführen – und das beschränkt sich nicht nur auf „Geschmacksproben“ des Tierfutters. Wir bitten Sie deshalb zum Wohle Ihres Tieres und aller anderen Tiere zu recherchieren und eine ethische Wahl zu treffen.

Notwendige Grundausstattung

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  • Absturzsicherung von Fenstern und Balkon. Vorgeschrieben laut Tierhaltungsverordnung BGBl. 486/2004 (Abs. 2.11) beispielsweise mittels Gitter oder Netz.
  • Katzenklos mit ausreichend Einstreu. Um Unsauberkeitsproblemen vorzubeugen wird empfohlen, immer ein Kisterl mehr aufzustellen als Katzen vorhanden sind, also 3 Kisterln für 2 Katzen.Bei Haubenklos bitte die Schwingtür entfernen – Katzen sind zum einen sehr reinlich und möchten nicht gerne den intensiven Klogeruch in die Nase bekommen, zum anderen trauen sich viele Katzen wegen der Schwingtür nicht in die Toilette, was zu Unsauberkeit führen kann. Manche Katzen bevorzugen grobe, andere eine feine Streu. Informieren Sie sich vorab, was die Katze schon kennt, dies wird meist wieder gut angenommen.
  • Kratzbaum. Ein Kratzbaum dient sowohl zum Schärfen und Abwetzen der Krallen als auch zum Spielen oder als erhöhte Beobachtungsposition. Bitte achten Sie beim Kauf auf eine stabile Standfläche, da viele Katzen den Kratzbaum auch mit Anlauf erklimmen und ihn als Spielplatz nutzen um darauf herumzutoben. Wackelige Kratzbäume vermeiden die meisten Katzen eher, sie können auch wegen Sturzgefahr ein Sicherheitsrisiko darstellen. Langfristig ist es besser, gleich einen teureren Baum zu kaufen, weil die ganz billigen oft nicht gut verarbeitet sind und schnell kaputt gehen.
  • Futterplatz und Tränke. Futternäpfe sollten eher niedrig und breit sein, damit die Katze beim fressen nicht ihre empfindlichen Schnurrhaare umknicken muss. Außerdem sollten Futternäpfe aus hygienischen Gründen aus strapazierfähigen und leicht zu reinigenden Materialien, wie z.B. Keramik oder Stahl, gemacht sein. Das bevorzugte Getränk für Katzen ist frisches, sauberes Wasser –  von Natur aus trinken Katzen eher wenig, doch man kann sie mit einem Zimmerbrunnen zum Trinken animieren, das wird oft besser angenommen als ein Napf.
  • Schlafplatz. Katzen tendieren zu mehreren Schlafplätzen und suchen sich diese unter anderem auch selbst. Besonders interessant sind häufig Plätze, auf denen sich die Menschen gerne aufhalten, z.B. Sofa und Bett, die man mit Decken schützen kann. Viele Katzen nehmen weiche und kuschelige Schlafplätze wie Decken oder Pölster gerne an. Auch Katzenhöhlen als Versteckmöglichkeit werden zum Schlafen, aber auch zum Spielen,  meistens gerne genutzt.
  • Rückzugsmöglichkeit. Katzen haben gern den Überblick über alles und nehmen erhöhte Rückzugsmöglichkeiten sehr gerne an. Glückliche Katzen sollten selber entscheiden können, wann sie bei ihren Menschen sein möchten – dies ist vor allem wichtig, wenn man kleine Kinder hat, die vielleicht noch nicht verstehen, dass die Katze nicht ständig spielen und gestreichelt werden will. Deshalb ist der Zugang zu verschiedenen Räumen und verschiedenen Ebenen (Boden, Regale, Kasten usw.) unbedingt notwendig.
  • Spielzeug. Die meisten Katzen spielen gerne mit Katzenangeln und/oder Bällen, dabei haben sie die Möglichkeit ihren natürlichen Jagdtrieb auszuleben. Jede Katze hat da andere Vorlieben, doch wenn Katzen ausreichend beschäftigt werden kommen sie auch gar nicht erst auf die Idee, aus Langeweile die Möbel zu attackieren. Wichtig ist beim Kauf von Katzenspielzeug, dass man auf eine gute Verarbeitung achtet: Gummischnüre oder leicht abzubeißende Teile können ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Kosten

Die Kosten für die einmalige Anschaffung der Erstausstattung (siehe obengenannte Liste) belaufen sich auf ca. 250-500€. Wirklich investieren sollte man vorab in die Absicherung und einen Kratzbaum, alles andere kann auch nach und nach besorgt und bedarfsweise ersetzt werden, wenn man die Katzen und ihre Vorlieben besser kennt.

Wieviel die alltägliche Katzenhaltung tatsächlich kostet kann man nicht allgemein sagen, da es von vielen individuellen Faktoren abhängt. Laufend anfallende Kosten sind Futter und Katzenstreu, sowie tierärztliche Routineuntersuchungen (z.B. Auffrischungsimpfung und Entwurmen).  Außerdem empfiehlt es sich, immer ein gut gefülltes „Sparschwein“ für Notfälle bei der Hand zu haben (z.B. wenn die Katze akut krank wird und teure Tierarztbehandlungen braucht – leider landen oft auch chronisch kranke Katzen im Tierschutz, einfach weil ihre Besitzer sich die Tierarztkosten nicht mehr leisten können oder wollen, das ist allerdings ein Schicksal, das mit etwas vorausschauendem Denken und Planung leicht vermieden werden könnte!).

Hier ein Rechenbeispiel, das eins unserer Mitglieder zusammengestellt hat: Die laufenden Kosten für drei gesunde, erwachsene Katzen (zwei Kätzinnen und ein großer verfressener Kater), die hochwertig gefüttert werden, beliefen sich im vergangenen Jahr auf monatlich 89€. Dazu kam noch eine „außerplanmäßige“ Tierarztrechnung von 168€ und die Anschaffung einer neuen Transportbox um 29€; außerdem werden monatlich 10€ als „Notgroschen“ beiseite gelegt.

Dass eine einzelne Katze weniger kostet als zwei oder mehr Katzen ist, gerade wenn man die laufenden Kosten in Betracht zieht, oft ein Irrtum. Auch hier ein kleines Rechenbeispiel: dieselbe hochwertige Katzenfuttersorte kostet 1,40€/100g im 85g-Beutel, 0,70€/100g in der 200g-Dose, 0,60€/100g in der 400g-Dose und 0,45€/100g in der 800g-Dose. Der empfohlene Tagesbedarf pro Katze beläuft sich je nach Größe und Aktivität des Tiers auf 150-250g.

Weiterführende Informationen

Außerdem werden wir, das Team von Care for Cats, Ihnen beim persönlichen Besuchstermin gerne weitere Fragen beantworten und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Diese Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Wir ermuntern jeden, selbst zu recherchieren!

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